Kirchliche Anwendung und Herkunft

weihrauch

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Weihrauch verbinden wohl die Meisten mit Kirche und Weihnachten. Zu Recht.    Es war die Grundsubstanz fast aller Kräutermischungen und galt als besonderes Geschenk Gottes.
Aus der Weihnachtsgechichte wissen wir: Die Heiligen Drei Könige schenkten dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe. Doch woher kommt der Weihrauch?
Die bizarren Weihrauchbäume wachsen in einer wüstenähnlichen Landschaft im Süden Arabiens – Jemen, Oman, aber auch Somalia. Weihrauch (Bosswellia sacra) wird geerntet, indem man den Baum an mehreren Stellen des Baumes einritzt. Nun läßt man den gelb-rötlichen Milchsaft ausfließen und an der Sonne trocknen. So wird er hart und kann als Harz abgekratzt werden – bis zu 10kg von einem Baum! Erntezeit, Standort, Trocknungsverfahren beeinflussen Duft und Qualität des Weihrauchs.
Der wohl auch biblisch beschriebene arabische Weihrauch duftet in vielen Nasen noch angenehmer als der Indische -Bosswellia serrata.

Weihrauch: Tradition und Meditation

Reiner Weihrauch eignet sich gut zur Meditation und zur inneren Sammlung. Hierbei wird er in einer Duftschale geräuchert oder als rein ätherisches Öl genutzt. Weihrauchgeruch soll „negative Einflüsse“ beseitigen, harmonisieren und die Inspiration unterstützen. Außerdem hilft er bei innerer Unruhe.
Unsere Vorfahren haben zu allen wichtigen Gelegenheiten des Lebens geräuchert. Bei Geburt genauso wie bei Tod, bei Heirat und  in den Krankenzimmern. Oder einfach nach dem Winter, um den alten Mief los zu werden und Stall und Hof zu desinfizieren.

Anwendung in der Medizin

Es gibt aber auch durchaus messbare Heilwirkungen des Weihrauchs. Er wirkt:

  • keimtötend

    weihrauch

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  • entzündungshemmend
  • desinfizierend
  • wundheilend
  • antirheumatisch
  • abschwellend
  • fiebersenkend
  • gegen Zahnschmerzen

Das war natürlich bei der Ansteckungsgefahr in den Zeiten der großen Seuchen und bei Menschenansammlungen auf kleinem Raum (Kirche, Tempel) wichtig.
Gerade der Indische Weihrauch – Boswellia serrata – hat durch wissenschaftliche Forschungen in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Seine Inhaltsstoffe, insbesondere die sogenannten Boswellinsäuren, haben eine sehr gute antientzündliche Wirkung. Hierbei sind sie zudem sehr gut für den Patienten verträglich. Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Morbus Crohn, Gelenkerkrankungen und Krebsleiden ist deshalb eine Langzeiteinnahme gut geeignet und die Wahl zu chemischen Varianten und dieser Alternative zu überdenken.

Inzwischen gibt es glücklicherweise auch endlich in Deutschland käufliche Präparate. Hier ist auf den Boswelliasäurenanteil zu achten.

Eine entspannte Advents- und Weihnachtszeit – ob nun mit oder auch ohne die klassischen Wohlgerüche- wünscht Ihnen
Dörte Schönfeld