Was haben Schmerztherapie und  Ernährung miteinander zu tun, wird sich vielleicht manch einer fragen. Sehr viel, denn:

Man ist, was man isst.

Diese Redensart hat wohl schon jeder einmal gehört. Wie so vieles Wahre, leicht dahin gesagt, aber nicht wirklich drüber nachgedacht, nicht wirklich bewusst gemacht, nicht für sich auseinander genommen, nicht verinnerlicht und last but not least nicht umgesetzt.

„Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist.“  schrieb auch der französische Denker Brillat-Savarin.

Heißhunger auf Fastfood

© Bild: de.fotolia.com – Anja Roesnick

Wieviele von uns denken aber wirklich über die tägliche Ernährung nach? Klar weiss jeder, was gesund und was schädlich ist. Aber warum tun wir uns freiwillig ständig und immer wieder Ungutes an? Warum essen wir Süßes und Bäckereiprodukte, Fleisch und Nudeln fast täglich, trinken dazu Cola, Saft oder Kaffee?  Warum rennen wir zum Therapeuten, wenn wir krank sind oder schlucken haufenweise Pillen – aber denken nicht einmal eine Sekunde darüber nach,  grundsätzlich etwas an unserer täglichen Ernährung zu ändern, damit es uns besser geht?
Ist das zu einfach ? Ist es zu umständlich? Ist hier auch wieder die  Aussage „Ich hab dafür keine Zeit“ unser Begleiter?

Im Endeffekt findet jeder seine persönlichen Ausreden. Es ist wie mit dem Rauchen oder jeder anderen Sucht- denn ja, es ist auch eine Sucht. Unsere Geschmacksnerven haben sich so an die tägliche zu uns genommene „Nahrung“ gewöhnt, dass es uns schwer fällt, wieder ursprünglich und damit gesund zu essen. Ohne den Zucker oder die Geschmacksverstärker oder „gaumengerecht“ gezüchteten Gemüsesorten, würde das Essen den meisten heutzutage  fade oder bitter vorkommen.

Wie hängen Schmerztherapie und Ernährung zusammen?

Viele unserer Essgewohnheiten belasten unseren Körper mehr als das sie ihm nützen. So ist auch besonders bei chronischen Schmerzzuständen häufig eine nahrungsbedingte Übersäuerung des Gewebes der Fall. Deswegen sollte spätestens beim Therapeuten und bei einer geplanten Schmerztherapie auf die Ernährung des Patienten geschaut werden. Denn ganz gleich welcher Art die Schmerztherapie ist- ob schulmedizinisch oder naturheilkundlich- wenn hier starke Ernährungsdefizite erkannt werden und diese sich in der Zukunft gar nicht oder nur sehr wenig ändern, wird der Patient wohl auch weiterhin seine Schmerzen nie ganz in den Griff kriegen, weiterhin häufiger an Verletzungen leiden und so allgemein an Lebensqualität einbüßen. Die Eigeniniative des Patienten ist also hier stark gefragt. Um Essenregeln einfach noch einmal bewusst zu machen, zu visualisieren und Orientierungshilfen im Alltag zu geben, für Menschen, die sich wirklich noch nicht weiter mit dem Thema befasst haben, gebe ich gerne Nahrungsmitteltabellen mit, welche, angebracht beispielsweise an den Kühlschrank, beim richtigen Einkaufen und Befüllen der Vorratsschränke zu Hause mithelfen können. Und ganz nebenbei gesagt: gesund essen muss nicht fade und langweilig sein – im Gegenteil. Heutzutage gibt es so unglaublich viele leckere Rezepte und Bücher, dass man sich vor Schlemmerfreuden fast nicht retten kann!

Hier ein kleines Filmchen , welches im WDR ausgestrahlt wurde, über die 5 größten Vorurteile Veganern gegenüber.

kurkuma

© Bild: de.fotolia.com – Swapan

Ob chronische Schmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus oder Krebs- dass die Ernährung für unsere Gesundheit eine wichtige Rolle spielt, sollten wir in unseren Köpfen nicht immer wieder verdrängen, um uns vermeintlichen „Genüssen“ hinzugeben.

Hier als kleiner Gedankenstubser auch der Artikel „Gesundsein ist essbar“ von Frau Dr. Petra Bracht, Mitbegründerin der LNB Schmerztherapie.

Demnächst folgt ein weiterer Artikel auf meiner Stop-den-Schmerz.de, in welchem ich genauer auf die biochemischen Zusammenhänge von Nahrungsmitteln und unserem Körperstoffwechsel eingehe und damit Schmerztherapie und Ernährung in Zusammenhang bringe.