Eine Jury hat das Gänseblümchen zur Heilpflanze des Jahres 2017 ernannt. Selten hat mich eine Wahl so erfreut! Meist denke ich nur: „Ach, aha… ok, ja, nett und nützlich.“

gänseblümchenIch mag die kleine, bescheiden wirkende Wildpflanze, die für Unschuld und Reinheit steht, hübsch und robust zugleich ist. „Bellis perennis: Die Schöne, die das ganze Jahr hindurch blüht.“
Auch die liebevoll klingende englische Bezeichnung „daisy“ (von day’s eye – Tagesauge) weist auf die sonnenartige Schönheit hin. Die Blüten sind heliotrop, das heißt, sie richten sich nach der Sonne aus. In Dunkelheit und bei Regen schließen sie sich, diese empfindsamen Gemüter…
Bei Kindern, denen noch die Natur nahegebracht wird, sind Abzählspiele beliebt mit den Blütenblättern: Er liebt mich, er liebt mich nicht… oder das Blütenkränze-Basteln.

Heilpflanze Gänseblümchen

Aber es gibt auch Heilwirkungen. Sie sind so mild unterstützend für unsere Gesundheit, dass man eigentlich nichts verkehrt machen kann, wenn man ein paar Blüten jeder Teemischung dazugibt. Aber auch an den Wildkräutersalat, den Quark oder auf’s Brot sind sie verschönernd und lecker.
Und natürlich neuerdings an den Smoothie gehören für mich die Blätter, die geschlossenen Köpfchen und die Blüten des Gänseblümchens dazu. Ihre sogenannten Saponine (seifenähnliche Stoffe) wirken lösend und reinigend und helfen so dem Körper, sich selbst zu helfen. So zum Beispiel bei Erkältungen, Verdauungsbeschwerden, Hautausschlägen, Menstruationsbeschwerden, Leberleiden und sogar bei Verstauchungen, Prellungen, Muskelschmerzen. Aber eben nicht „hammermäßig“, sondern sanft unterstützend.

Inhaltsstoffe Gänseblümchen

gänseblümchen wieseEin Rasen ohne Gänseblümchen ist für mich l a n g w e i l i g! Liebe „ordentlichen“ Gärtner: Wenn ihr Angst vor zu starker Vermehrung habt: Sammelt doch die Blüten vor dem Mähen und tut so was für die Gesundheit. Das Gänseblümchen enthält – nach wissenschaftlichen Analysen- unter anderem 6 mal soviel Vitamin C, 4 mal so viel Eiweiß, viel mehr Vitamin A, Calcium, Magnesium, Kalium als „normaler“ Kopfsalat. Da bräuchte man so manche „Pille“ nicht!

Vor ein paar Jahren saß ich auf einer wunderschönen Gänseblümchenwiese in dem Garten eines Freundes. Ich erfreute mich am Anblick und sammelte ein paar Blüten für den Salat. Wir aßen ihn gerade genußvoll – mein Bekannter in vollstem Vertrauen, dass das alles seine Richtigkeit hat, wenn ich das sage und schon gesund sein wird- auch bereit, was „neues“ zu kosten. Nun kam seine Schwester überraschend vorbei und beim Blick in die Salatschüssel entfuhr ihr ein lautes „Ihhh, was esst ihr denn da?“. Auf Erläuterung nur ungläubiges Kopfschütteln und ein „Ich eß doch nichts, was auf einer Wiese wächst! Ich bin doch kein Kaninchen.“ Häääää??? Ja, klar, pestizidverseuchtes, hochgezüchtetes Supermarktplastikgemüse ist natürlicher…. Die „denaturierte“ Denkweise vieler Menschen ist für mich einfach nicht nachvollziehbar.  Wo ist der Bezug zur Natur nur hin? Aber wir haben es uns ungestört schmecken lassen. :)

Es gibt auch viele schöne Sprüche zum Pflänzlein, die man verinnerlichen sollte. So zum Beispiel:

„Ein Gänseblümchen, aus LIEBE geschenkt, blüht schöner als jede Anstandsrose.“

Vielleicht verschenken wir also lieber einmal mehr ein Gänseblümchen? Zum Beispiel am Valentinstag oder am 28. März, dem „Weltehrentag des Unkrauts“ ?! ;-)

In Vorfreude auf einen reichhaltigen „Gänseblümchenfrühling“ wünsche ich schon mal viel Spaß beim sammeln und erfreuen!